Der Einzug des Brautpaares zur Feier dauert meistens keine zwei Minuten. Trotzdem ist er einer der Momente, über die eure Gäste noch Wochen später reden, im Guten wie im Schlechten. Die Tür geht auf, die Musik setzt ein, alle stehen, und ihr kommt zum ersten Mal als Ehepaar in den Saal, in dem gleich gefeiert wird.
Ich lege seit vielen Jahren auf Hochzeiten auf, von der Strandhalle und der Villa Seebeck in Bremerhaven bis zum Nordenholzer Hoff in Hude. Der Einzug ist dabei der Teil des Abends, bei dem ich am meisten vorher abspreche. Er hängt an Kleinigkeiten: an einer Tür, die jemand öffnen muss, an einem Intro, das zu lang ist, an einem Namen, der falsch ausgesprochen wird.
In diesem Beitrag geht es um genau diese Kleinigkeiten. Welcher Song passt, wer die Ansage macht, wie ihr den Moment mit Location, Fotograf und Gästen abstimmt. Und weiter unten seht ihr einen echten Einzug mit Ansage aus einer meiner Hochzeiten, Gesichter verpixelt.
Was mit dem Einzug zur Feier gemeint ist
Beim Wort Einzug denken viele zuerst an die Trauung, an die Braut, die mit ihrem Vater zum Altar oder zur freien Trauung läuft. Dafür gibt es einen eigenen Beitrag mit Songs für den Einzug der Braut. Hier geht es um den zweiten Einzug des Tages: den in die Feier.
Er passiert meistens nach dem Sektempfang oder nach dem Fotoshooting. Die Gäste sitzen schon an ihren Plätzen oder stehen im Saal, ihr wartet draußen. Dann wird angesagt, die Musik startet, ihr kommt rein. Danach geht es in der Regel direkt weiter mit Begrüßung, Rede oder Essen.
Das klingt simpel. In der Praxis ist es der erste Moment, an dem DJ, Location, Fotograf und Brautpaar gleichzeitig auf den Punkt da sein müssen.
Ein echter Einzug mit Ansage
So sieht das bei mir aus. Der Ausschnitt stammt von einer Hochzeit, bei der ich aufgelegt habe. Die Gesichter der Gäste sind verpixelt, die Musik ist der Originalsong, mit dem das Paar eingezogen ist.
Achtet beim Anschauen auf zwei Dinge. Erstens: Die Ansage kommt, bevor die Tür aufgeht, und die Musik setzt mit dem ersten Schritt ein. Zweitens: Die Gäste wissen, was passiert, und stehen schon. Beides ist vorher abgesprochen.
Der Song: worauf es wirklich ankommt
Die meisten Paare fragen zuerst nach dem Song. Das ist verständlich, aber der Song ist nur eine von vier Zutaten. Trotzdem fangen wir hier an, weil er am meisten Gefühl transportiert.
Der Song braucht einen Moment, der sofort zündet
Ein Einzug dauert vom Öffnen der Tür bis zu eurem Platz oder zur Tanzfläche selten länger als 60 bis 90 Sekunden. Ein Song mit einem Intro von 40 Sekunden ist dafür schlecht geeignet. Ihr wollt, dass die Stelle, die alle kennen, genau dann kommt, wenn ihr durch die Tür geht.
Ich schneide den Song deshalb fast immer zu. Entweder beginnt er direkt im Refrain, oder ich setze ihn so ein, dass der Drop oder die bekannteste Zeile auf euren ersten Schritt fällt. Wenn ihr mir euren Wunschsong vorher schickt, höre ich mir genau an, wo diese Stelle liegt.
Bekannt oder persönlich
Es gibt zwei Arten, einen Einzugssong zu wählen. Entweder nehmt ihr einen Song, den der ganze Saal kennt und bei dem sofort geklatscht wird. Oder ihr nehmt euren Song, den vielleicht nur ihr beide und eure engsten Freunde verstehen.
Beides funktioniert. Der bekannte Song holt die Gäste schneller ab, der persönliche erzählt mehr über euch. Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt: Nehmt den persönlichen Song für den Einzug und spielt den bekannten später zum Partystart. Dann bekommt jeder Moment seinen eigenen Song.
Was in meinen Sets funktioniert
Viele meiner Paare kommen aus der Welt von Hip Hop, RnB, Dancehall, Afrobeats und Latino. Für einen Einzug ist das ein Geschenk, weil diese Musik von Natur aus Energie hat und einen klaren Beat, auf den man gehen kann. Ein Song, der bei mir als Auftakt einer RnB-Hochzeit richtig gut funktioniert hat, ist „Let’s Get Married“ von Jagged Edge, als Remix. Der Titel sagt schon alles, und die Gäste verstehen den Witz sofort.
Afrobeats eignen sich besonders, wenn ihr beim Reinkommen ein paar Schritte tanzen wollt. Das Tempo ist entspannt genug, dass es auch mit Kleid und Absatz klappt. Bei Dancehall und Reggaeton ist es umgekehrt: Das zündet sofort, kann aber für einen ruhigen Einzug zu viel sein, wenn danach direkt eine Rede kommt.
Wenn eure Familien eher mit Schlager oder Pop aufgewachsen sind, gibt es fast immer eine Brücke. Viele bekannte Songs existieren als Remix mit einem moderneren Beat. So hören die Älteren eine Melodie, die sie kennen, und eure Freunde einen Sound, der zu euch passt.
Clean Version nicht vergessen
Ein Punkt, der gerade bei Hip Hop gern vergessen wird: Am Tisch sitzen Großeltern, Kinder, vielleicht der Pfarrer oder die Traurednerin. Ich spiele beim Einzug grundsätzlich die Radio- oder Clean-Version. Für manche Songs gibt es keine gute Clean-Version. Dann sage ich euch das ehrlich und wir suchen gemeinsam eine Alternative.
Die Ansage: wer spricht und was gesagt wird
Ein Einzug ohne Ansage funktioniert auch, aber er verpufft schneller. Ohne Ansage merkt die Hälfte des Saals erst nach ein paar Sekunden, dass ihr da seid. Mit Ansage stehen alle schon, schauen zur Tür, haben die Handys bereit.
Wer die Ansage macht
In den meisten Fällen mache ich die Ansage selbst. Ich habe das Mikrofon in der Hand, ich sehe die Tür und ich weiß, wann die Musik startet. Das macht das Timing einfach.
Manche Paare möchten, dass der Trauzeuge oder die beste Freundin ansagt. Das ist persönlicher und oft auch lustiger. Dann gebe ich das Mikrofon ab und kümmere mich nur um die Musik. Wichtig ist, dass diese Person vorher weiß, wann sie dran ist, und einen kurzen Text auf dem Handy hat. Lange Reden gehören an eine andere Stelle des Abends.
Was in die Ansage gehört
Eine gute Ansage ist kurz. Drei bis vier Sätze reichen. Sie bittet die Gäste aufzustehen, sie nennt euch beim Namen, und sie gibt das Startsignal. Mehr braucht es nicht.
Ein Beispiel, so wie ich es oft mache:
„Liebe Gäste, darf ich euch bitten aufzustehen und euch Richtung Tür zu drehen? Gleich kommen die zwei Menschen rein, wegen denen wir heute alle hier sind. Begrüßt mit mir zum ersten Mal als Ehepaar: Lena und Can!“
Die Namen sind Platzhalter. Bei eurem Einzug steht dort, was ihr möchtet: Vornamen, ein gemeinsamer Nachname, ein Spitzname, den eure Freunde benutzen. Das klären wir vorher.
Namen richtig aussprechen
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Gerade bei multikulturellen Hochzeiten gibt es Namen, die ich auf dem Papier anders lese, als sie ausgesprochen werden. Ich frage im Vorgespräch nach und schreibe mir die Aussprache in Lautschrift auf. Lieber einmal zu viel gefragt, als beim wichtigsten Satz des Abends danebenzuliegen.
Der Ablauf: wer wann was macht
Der Song ist ausgesucht, die Ansage steht. Jetzt kommt der Teil, an dem es in der Praxis am häufigsten hakt: das Zusammenspiel mit allen anderen.
Die Tür
Irgendjemand muss die Tür öffnen, und zwar auf ein Zeichen. Bei den meisten Locations übernimmt das das Service-Team. Ich spreche vorher ab, wer an der Tür steht und wie wir uns verständigen. Ein Handzeichen reicht, wenn wir uns sehen können. Wenn nicht, schreibe ich der Person eine Nachricht aufs Handy oder wir legen fest, dass sie beim ersten Ton der Musik öffnet.
Fotograf und Videograf
Euer Fotograf will euch von vorne sehen, wenn die Tür aufgeht. Das heißt: Er muss im Saal stehen, bevor ihr reinkommt, und weiß am besten, aus welcher Tür ihr kommt. Ich gebe meistens erst dann das Signal, wenn ich sehe, dass er in Position ist. Zehn Sekunden Warten sind besser als ein Einzug ohne Fotos.
Die Gäste
Der Klassiker: Die Hälfte der Gäste steht noch draußen zum Rauchen oder an der Bar im Nebenraum. Ich mache deshalb ein paar Minuten vorher eine kurze Durchsage, dass es gleich losgeht und alle in den Saal kommen sollen. Die Trauzeugen helfen gern beim Einsammeln.
Licht
Wenn die Location es erlaubt, dimme ich das Saallicht kurz vor dem Einzug etwas herunter und setze mein eigenes Licht auf die Tür oder den Weg. Das sieht auf den Fotos besser aus und lenkt alle Blicke in die richtige Richtung. Nicht jede Location lässt das zu. Manche Säle haben festes Licht, das nur der Hausmeister bedienen darf. Das kläre ich vorher.
Varianten für euren Einzug
Nicht jedes Paar möchte einfach durch die Tür gehen. Ein paar Varianten, die ich schon begleitet habe oder die ich mit Paaren durchgesprochen habe:
- Einzug mit Spalier: Die Gäste bilden eine Gasse von der Tür bis zur Tanzfläche. Sieht toll aus, braucht aber Platz und zwei Minuten Vorbereitung.
- Einzug mit Tanzeinlage: Ihr kommt rein und tanzt direkt ein paar einstudierte Schritte. Funktioniert besonders gut mit Afrobeats oder Latino, weil der Rhythmus einfach ist.
- Einzug mit Familie oder Trauzeugen: Erst kommen die Trauzeugen, dann die Eltern, zum Schluss ihr. Dafür braucht es einen Song, der lang genug ist, oder zwei kurze Songs, die ich ineinander mische.
- Einzug ohne Ansage, nur mit Musik: Wenn ihr Mikrofone nicht mögt, geht das auch. Dann muss der Song stark genug sein, dass alle von selbst aufstehen.
Wunderkerzen und Konfettikanonen fragen viele an. Ob das erlaubt ist, entscheidet die Location, nicht ich. In vielen Sälen sind offene Funken wegen der Rauchmelder verboten. Fragt das bei der Besichtigung, nicht drei Tage vor der Hochzeit.
Was beim Einzug regelmäßig schiefgeht
Damit ihr wisst, worauf ihr achten müsst, hier die Punkte, die ich am häufigsten erlebe. Keiner davon ist ein Drama, aber jeder kostet den Moment ein bisschen Wirkung.
- Das Paar wartet hinter der falschen Tür, weil sich niemand abgesprochen hat.
- Der Song hat ein langes Intro und das Paar steht schon an seinem Platz, bevor die bekannte Stelle kommt.
- Die Ansage kommt zu früh, die Gäste stehen und warten, und nach einer Minute setzen sich die ersten wieder.
- Der Fotograf ist noch draußen beim Gruppenfoto mit der Tante.
- Direkt nach dem Einzug weiß niemand, wie es weitergeht, und es entsteht eine peinliche Pause.
Den letzten Punkt unterschätzen viele. Plant, was direkt nach dem Einzug passiert. Kommt die Begrüßungsrede? Dann gebe ich das Mikrofon weiter. Geht es zum Buffet? Dann blende ich in ruhige Dinnermusik über. Startet der Eröffnungstanz? Dann läuft der Song nahtlos an. Ohne Plan wird es still, und Stille nach einem großen Moment fühlt sich länger an, als sie ist.
Nicht jedes dieser Probleme kann ich alleine lösen. Wenn die Tür klemmt oder der Fotograf fehlt, kann ich nur die Musik halten, bis es weitergeht. Deshalb ist die Absprache vorher so viel wert.
So bereite ich den Einzug mit euch vor
Im kostenlosen Erstgespräch fragen wir den Einzug noch nicht im Detail ab, da geht es erst einmal darum, ob wir zueinander passen. Wenn ihr gebucht habt, tragt ihr in eurem Paarportal Musikwünsche, Ansprechpartner und den Tagesablauf ein. Dort steht dann auch der Einzugssong.
Kurz vor der Hochzeit stimmen wir die letzten Details ab: wer die Ansage macht, wie eure Namen genau klingen sollen, wer an der Tür steht. Am Hochzeitstag spreche ich mich vor Ort mit dem Service-Team und eurem Fotografen ab. Ihr müsst euch um nichts davon kümmern, außer pünktlich hinter der richtigen Tür zu stehen.
Wenn ihr wissen wollt, wie das bei eurer Location aussehen kann, schaut auf meiner Seite Hochzeits DJ vorbei oder lest, worauf ich bei der Technik in der Location achte.
Häufige Fragen zum Einzug des Brautpaares
Wie lang sollte der Einzugssong sein?
Der Song selbst darf beliebig lang sein, ich schneide ihn zu. Entscheidend ist, dass die bekannteste Stelle auf euren ersten Schritt fällt und die Musik weiterläuft, bis ihr angekommen seid.
Müssen wir einen Song aussuchen?
Nein. Wenn ihr keine Idee habt, schlage ich euch zwei oder drei Songs vor, passend zu eurer Musik und zu euren Gästen. Ihr entscheidet dann.
Kann der Einzug auch draußen stattfinden?
Ja, zum Beispiel vom Garten in den Saal. Dann brauche ich eine Box, die draußen hörbar ist, oder wir starten die Musik erst, wenn ihr an der Tür seid. Das kläre ich mit der Location.
Was kostet der Einzug extra?
Nichts. Ansage, Schnitt des Songs und Absprache mit der Location gehören bei mir zur Hochzeit dazu. Was ein Hochzeits-DJ insgesamt kostet, steht im Kosten-Ratgeber. Mein Angebot bekommt ihr als Festpreis nach dem kostenlosen Erstgespräch.
Euer Einzug, eure Musik
Ein guter Einzug fühlt sich spontan an und ist doch komplett geplant. Ihr müsst dafür nicht viel tun: einen Song wählen, der zu euch passt, und mir sagen, wie ihr angesagt werden wollt. Den Rest stimme ich mit eurer Location ab.
Wenn ihr Lust habt, dass euer Einzug mit Hip Hop, RnB, Afrobeats, Dancehall oder Latino startet und trotzdem die ganze Familie mitnimmt, schreibt mir. Ich melde mich innerhalb von 48 Stunden mit der Info, ob euer Datum frei ist.





